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11.09.2020

10 Tipps für Blumenzwiebeln

Um sich die Blütenpracht des Frühlings in den Garten zu holen, müssen Sie die Blumenzwiebeln von Tulpe, Narzisse und Co. schon im Herbst pflanzen. Wir haben hier zehn Tipps für Sie zusammengetragen.

Erfahren Sie, was bei der Pflanzung der Zwiebeln und Knollen beachtet werden sollte und wie Sie die Frühlingsblüher besonders gekonnt in Szene setzen.


1. Tolle Beetpartner für Zwiebelblumen

Zwiebelblumen fürs Beet wie Tulpen, Hyazinthen oder Kaiserkronen kommen in Kombination mit blühenden Stauden am besten zur Geltung. Beziehen Sie bei der Auswahl der Blumenzwiebeln deshalb immer die bereits vorhandenen Blütenstauden in die Beetplanung ein. Zu den blauvioletten, im Mai blühenden Flockenblumen passen zum Beispiel sehr gut späte, gelbe Tulpen. Schöne Staudenpartner für Narzissen sind beispielsweise Lenzrose, Gämswurz, Zwerg-Schwertlilie, Lungenkraut und Kaukasusvergissmeinnicht.

2. Erfolgreiche Verwilderung für ganze Blütenteppiche

Als „Verwildern“ bezeichnet man die selbstständige Ausbreitung von Zwiebelblumen durch Tochterzwiebeln oder -knollen, oft zusätzlich durch Samen. Vor allem kleinwüchsige oder züchterisch wenig veränderte Arten wie Krokus, Winterling, Schneeglöckchen und Blausternchen können mit der Zeit große Blütenteppiche bilden. Damit das gelingt, müssen jedoch die Boden- und Standortansprüche stimmen. Streuen Sie in den ersten Jahren schon im Herbst etwas Kompost aus, verzichten Sie auf jegliche Bodenbearbeitung und lassen Sie die Pflanzen auf dem Rasen komplett einziehen, bevor Sie das Laub abmähen.

3. Auf gute Qualität achten

Beim Kauf von Blumenzwiebeln und -knollen im Herbst schadet es nicht, ein wenig genauer hinzuschauen: Nehmen Sie die Speicherorgane in die Hand und üben Sie mit Daumen und Zeigefinger einen sanften Druck aus. Wenn sie kaum nachgeben, sind die Zwiebeln frei von Faulstellen und haben noch nicht angefangen zu treiben. Auch die Größe der Zwiebel ist von Bedeutung. Alle Zellen der künftigen Pflanze sind darin bereits voll entwickelt und müssen sich im Austrieb nur noch strecken. In den größten Zwiebeln stecken daher die kräftigsten Pflanzen mit den größten Blüten.

4. Die richtige Pflanztiefe für Blumenzwiebeln

Die Faustregel besagt, dass man Blumenzwiebeln doppelt so tief setzen soll wie die Zwiebel hoch ist. Diese Regel ist etwas irreführend, weil sich die doppelte Zwiebelhöhe auf die Tiefe des Pflanzlochs oder auf die Dicke der Erdschicht über der Zwiebel beziehen könnte. Die korrekte Interpretation ist, das Pflanzloch doppelt so tief auszuheben wie die Zwiebel hoch ist – also die flachere Variante. Die Erfahrung zeigt aber, dass auch tiefer gesetzte Zwiebeln und Knollen bis zur Oberfläche durchdringen und dass viele Arten die Tiefe sogar mit speziellen Zugwurzeln über mehrere Jahre hinweg korrigieren können. Man muss es bei der Pflanzung also nicht allzu genau nehmen und kann die Zwiebeln auch etwas tiefer setzen.

5. Sand als Drainage für schwere Böden

Die meisten Zwiebelblumen sind in sommertrockenen Regionen beheimatet und deshalb während der Ruhephase sehr staunässeempfindlich. Feuchte, lehmige Böden und regenreiche, atlantische Sommer sind beispielsweise für Tulpen und Kaiserkronen der sichere Tod. Schutz vor Fäulnis bietet eine Dränageschicht aus Sand unter jeder Zwiebel. Sie nimmt das überschüssige Wasser auf und fördert die Versickerung in tiefere Bodenschichten, während die Blumenzwiebel weitgehend trocken bleibt. Für einen guten Fäulnisschutz sollte die Sandschicht mindestens fünf Zentimeter dick sein. Am besten eignet sich grobkörniger Bausand, wie man ihn auch zur Herstellung von Mörtel verwendet.

6. Kübel-Bepflanzung nach dem Schichtprinzip

Die unterschiedlichen Pflanztiefen der verschiedenen Zwiebelblumen haben einen großen Vorteil: Man kann auf kleinem Raum eine große Blumenvielfalt pflanzen. Vor allem bei Blumenkübeln ist die mehrlagige Bepflanzung nach dem Schicht-Prinzip interessant: Ganz nach unten setzt man hohe Arten mit großen Zwiebeln wie zum Beispiel Kaiserkronen, Zierlauch oder Lilien. Die mittleren Schichten werden beispielsweise mit Tulpen, Narzissen und Hyazinthen bepflanzt und ganz nach oben kommen kleine Arten wie Krokus, Traubenhyazinthe oder Strahlen-Anemone.

7. Die richtige Anzahl Zwiebeln setzen

Je kleiner die Pflanzen sind, desto größer sollte die Zahl der gesetzten Zwiebeln sein. Um beispielsweise den Rasen in einen Krokusteppich zu verwandeln, sollten Sie im Abstand von etwa 40 bis 60 Zentimeter mehrere Tuffs aus mindestens 20 Knollen setzen. Tulpen und Narzissen kommen als Zehner-Gruppen im Beet gut zur Geltung. Große Zierlauch-Arten und Kaiserkronen kann man auch einzeln oder in Gruppen à drei Zwiebeln im Beet verteilen. Typisch für Steingärten ist eine kleinräumig wechselnde Bepflanzung. Deshalb setzt man Wildtulpen und andere geeignete Arten hier grundsätzlich in kleineren Gruppen.

8. Teilung nach der Blüte

Kleine Zwiebeln und Knollen wie die von Schneeglöckchen, Blausternchen und Strahlen-Anemone trocknen sehr schnell aus. Vor allem Knollen sollten Sie nach dem Kauf für 24 Stunden ins Wasser legen und dann gleich pflanzen. Zuverlässiger ist das „planting in the green“, wie die Engländer es nennen, also das Teilen im ausgetriebenen Zustand gleich nach der Blüte. Dazu sticht man wie bei Blütenstauden mit dem Spaten ein Stück aus dem Horst aus und setzt es an der gewünschten Stelle wieder ein. Bei niedrigen Arten wie zum Beispiel Winterlingen kann man im März mit einem Blumenzwiebelpflanzer runde Stücke aus dem Teppich ausstanzen und umsetzen. Die entstandenen Löcher werden mit bionero’s Bio-Aktiverde wieder aufgefüllt.

9. Schutz vor gefräßigen Wühlmäusen

Wenn von den neu gesetzten Tulpenzwiebeln im Frühling nur die Hälfte austreibt, haben wahrscheinlich die Wühlmäuse zugeschlagen. Wenn die Nager im Garten ohnehin schon ihr Unwesen treiben, sollte man neue Tulpen grundsätzlich in Wühlmauskörbe aus Draht setzen. Sie können die Körbe aus Rechteckdraht mit rund einem Zentimeter Maschenweite leicht selbst herstellen. Sie sollten 15 Zentimeter tief sein und eine Seitenlänge von mindestens 20 Zentimeter haben. So ist unten noch Platz für eine Dränageschicht und Sie können gleich mehrere Zwiebeln hineinpflanzen.

10. Schnäppchenjagd im Spätherbst

Viele Gärtnereien und Baumärkte bieten ihre Restbestände an Blumenzwiebeln ab Ende November zu deutlich reduzierten Preisen an. Es gibt keinen Grund, hier nicht noch einmal beherzt zuzugreifen. Selbst wenn die Zwiebeln und Knollen erst nach Weihnachten gepflanzt werden, öffnen sie noch im Frühjahr zuverlässig ihre Blüten, wenn auch etwas später. Ist bereits der grüne Austrieb zu sehen, sollten Sie die Zwiebeln allerdings umgehend einpflanzen, damit sie noch rechtzeitig einwurzeln können.

Die Pflanzzeiten im Überblick


Auch wenn der Herbst die Hauptpflanzzeit für Blumenzwiebeln ist, gibt es auch Zwiebeln und Knollen, die bevorzugt im Frühjahr oder sogar im Sommer eingepflanzt werden sollten. Wir verraten Ihnen, wann sie welche Zwiebelblume in die Erde bringen müssen.
Dass die Blumenzwiebeln der beliebten Frühlingsblüher wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen bereits im Herbst gesetzt werden sollten, wissen die meisten Hobbygärtner. Im Spätsommer und Herbst ist der Boden noch ausreichend warm, aber auch schon feucht genug, damit die Zwiebeln gut anwachsen können. Den Winter überdauern die Blumenzwiebeln sicher geschützt in der Erde. Mit diesem Pflanzvorteil starten die Frühlingsblumen im nächsten Jahr mit viel Energie in die Blühsaison. Doch nicht alle Zwiebelblumen werden im Herbst gesetzt, denn einige Sommer- und Herbstblüher vertragen Spätfröste im Austrieb nicht so gut wie die robusten Frühlingsblumen. Abhängig von Art und Blütezeit variieren die Pflanzzeiten von Blumenzwiebeln deshalb zum Teil erheblich. Wir haben zur besseren Übersicht die Pflanzzeiten der wichtigsten Zwiebelblumen für Sie zusammengefasst.

Pflanzzeit ab September bis Dezember

Im Herbst und frühen Winter werden die meisten Blumenzwiebeln in die Erde gebracht. Diese Blütenstars können Sie bereits ab September einpflanzen: Gartenhyazinthe, Traubenhyazinthe, Blaustern (Scilla), Hasenglöckchen (Hyacinthoides), Kap-Milchstern (Ornithogalum thyrsoides), Schwertlilie (Iris), Narzisse, Schneeglöckchen, Zierlauch (Allium), Tulpe, Winterling, Frühjahrs-Krokus (Crocus vernus) und Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum).

Ab Oktober gesellen sich dann Windröschen (Anemone), Zahnlilie (Erythronium), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Kaiserkrone (Frittilaria), Märzenbecher (Leucojum vernum) und Schneeglanz (Chinodoxa) dazu. Die meisten dieser Blumenzwiebeln können Sie über den gesamten Herbst verteilt bis in den Dezember hinein pflanzen, solange kein Bodenfrost angekündigt ist. Sollte überraschend Frost über die frisch gepflanzten Blumenzwiebeln hereinfallen, empfiehlt sich eine schützende Abdeckung aus Reisig, damit die noch nicht eingewurzelten Zwiebeln nicht doch noch erfrieren.

Pflanzzeit März und April

Sind die letzten Nachtfröste vorbei und die Sonne beginnt den Boden zu erwärmen, kommen die robusteren sommerblühenden Blumenzwiebeln in die Erde. Hier finden Sie im Handel im Spätwinter auch die größte Auswahl. Zu den Zwiebelblumen, die für eine rechtzeitige Blüte ab Juli zwischen März und April in den Boden gebracht werden sollten, gehören einige Lilienarten wie Schmucklilien, Ixia und Tigerblumen (Tigridia) sowie Begonien, Drachenwurz (Calla) und die Sommerhyazinthe (Galtonia candicans). Auch Maiglöckchen (Convallaria majalis) und der Kap-Milchstern (Ornithogalum thyrsoides) können, wenn die Herbstpflanzung versäumt wurde, noch im Frühjahr gesetzt werden. Eine Frühjahrspflanzung empfiehlt sich außerdem für das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum), das im darauffolgenden Februar blüht.

Pflanzzeit Ende April bis Mai

Für die kälteempfindlicheren Sommerblüher sollte man besonders in rauen Lagen die letzten Frostnächte vollständig abwarten und die Zwiebeln frühestens ab Ende April in die Erde bringen. So verhindern Sie ein Erfrieren der jungen Triebspitzen, denn die meisten dieser Schmuckstücke sind exotischen Ursprungs und bei uns einjährig. Von April bis Mai können folgende Blumenzwiebeln gepflanzt werden: Dahlie, Hahnenfuß (Ranunculus), Frühlingsstern (Ipheion), Gartengloxinie (Incarvillea delavayi), Indisches Blumenrohr (Canna indica), Gladiole, Glücksklee (Oxalis), Ismene, Jakobslilie (Sprekelia formosissima), Taglilie (Hemerocallis), Sterngladiole, Tuberose (Agave polianthes) und Sparaxis. Auch bei Montbretie, Schopflilie (Eucomis) und Zephirblume (Zephyranthes) sollten Sie mit der Pflanzung bis nach dem letzten Frost warten. Bei Freesien erstreckt sich die Pflanzzeit ab April bis in den Juli hinein.

Pflanzzeit August

Einige Spezialisten, die erst spät im Jahr blühen, werden bereits im Hochsommer gesetzt. Sie haben die längste Vorbereitungszeit aller Zwiebelblumen und entfalten ihren Flor meist erst nach einer knapp einjährigen Anwachsphase. Zu ihnen gehören der Herbst-Krokus, die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), der Safran-Krokus (Crocus sativus) und der Gold-Krokus (Sternbergia). Eine Besonderheit ist auch die Madonnenlilie (Lilium candidum). Wer im Juni und Juli die prächtigen Blüten der Madonnenlilie genießen will, muss ihre Zwiebeln bereits im Hochsommer (August) des Vorjahres einpflanzen.